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Montag, 4. Juli 2011, 11:31

Bio – jetzt auch für Ägypten – und es beginnt mit Babyfood

Zitat

Von der Biofach weiss man,dass es in Ägypten die Sekem-Farm als bekannten Bio-Anbauer gibt. In den großen Städten Alexandria und Kairo lebt zur Zeit etwa ein Viertel der Bevölkerung. Eine Initiative von Kinderbetreuungsstätten, Kinderärzten, Kinderkliniken und Apotheken möchte jetzt gesunde Demeter-Babykost nach Agypten bringen.


Quelle

Poseidon23684

unregistriert

2

Dienstag, 12. Juli 2011, 20:00

Ihr könnt mich gern verbal verhauen, aber ich finde es absolut arrogant, in einem in der Breite so armen Land wie Ägypten Babynahrung nach Demeter-Standard zu propagieren, die sich nur eine minimale upper class leisten kann!

Es ist schlimm genug gewesen in der Vergangenheit, dass global aktive Konzerne wie Nestlé in Drittweltländern den Müttern das Stillen verleideten und ihre teuren Milchpulverprodukte (die dann mit unhygienischem Wasser angerührt wurden) als bessere und moderne Babynahrung in die Märkte pushten.

3

Dienstag, 12. Juli 2011, 20:32

die sich nur eine minimale upper class leisten kann!


Es gibt aber auch die, die es sich leisten können und warum sollte es das nicht geben oder bekannt gemacht werden?

Hier bei uns gibt es schließlich auch Dinge, die sich nicht jeder leisten kann und somit auch nur für die oberen 10.000 sind

Es gibt in Ägypten auch Villen und Swimmingpools - und das, wo Wasser knapp werden kann

Poseidon23684

unregistriert

4

Dienstag, 12. Juli 2011, 21:58

Es gibt aber auch die, die es sich leisten können und warum sollte es das nicht geben oder bekannt gemacht werden?

Hier bei uns gibt es schließlich auch Dinge, die sich nicht jeder leisten kann und somit auch nur für die oberen 10.000 sind
Das Schlimme ist, dass geschickt gemachte Werbung vor allem bei denjenigen, die nicht nachdenkend reflektieren, synthetische und oftmals negative Kaufentscheidungen erzeugt. Siehe die kürzlich zu Recht öffentlich angeprangerte Firma Ferrero mit Produkten wie Milchschnitte, oder das Verlangen vieler Leute ohne entsprechendes Einkommen nach einem iPhone als Statussymbol, oder der gesamte Modesektor mit Kalkulation "Herstellungspreis mal 20 = Verkaufspreis", zusammengenäht fast in Sklavenarbeit in China oder Kambodscha.

Heineken dominiert den gesamten ägyptischen Biermarkt, Nestlé, Coca Cola und Pepsi haben fast den gesamten Flaschenwassermarkt gekapert (Baraka ist mittlerweile kaum zu finden), McDoof & Co ist omnipräsent.

Millionen ägyptischer Babies schafften es ohne Demeter-Gläschen ins Leben. Da will wieder mal nur jemand künstliche und unnötige Bedürfnisse zum Wohl des eigenen Bankkontos wecken.

Jillvalentine

Super Mod - Bastet

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5

Mittwoch, 13. Juli 2011, 09:21

Heineken dominiert den gesamten ägyptischen Biermarkt, Nestlé, Coca Cola und Pepsi haben fast den gesamten Flaschenwassermarkt gekapert (Baraka ist mittlerweile kaum zu finden), McDoof & Co ist omnipräsent.


Hm, ich weiß nicht, woher Du diese Kenntnisse hast, ich kann nur sagen, das ist vielleicht für Touristengebiete der Fall, wo Bier überhaupt verkauft wird. Alkoholverkauf im Lande wird - und das - abgesehen von Kairo, die beiden Läden und den Duty Free Shop findet man eigentlich ganz gut - in relativ versteckten Läden von den Kopten betrieben, und da gibt es dann solche Marken wie Johnny Walkie... :girli: Im Kairoer Gebiet wird ein Sekt hergestellt mit dem Markennamen Aida, den kann ich sehr weiterempfehlen. In weiten Teilen des Landes gibt es kein Mc Donalds, hauptsächlich ist das Land belebt von seiner Café-Kultur, wo man (bzw. Mann, Frauen sitzen da eigentlich nie) seine Shisha raucht, Tee trinkt, miteinander redet, Taula oder Domino spielt, wenn es einen Fernseher gibt, Fußball guckt... Wenn es in Asyut als oberägyptische Großstadt vielleicht einen Mc Donalds gibt, habe ich den noch nicht gesehen und dann ist es wirklich der einzige im Umkreis von vielleicht 200 km.

Natürlich will man mit Markteinführungen Geschäfte machen, das will jedes Unternehmen, egal, wo - aber was soll an Bio-Nahrung schlecht sein, wenn die Herstellungsmerkmale auch wirklich erfüllt sind? Die Nachfrage regelt den Markt und wenn es die gibt - warum nicht? Finde ich jetzt nichts Anstößiges daran. Millionen ägyptische Babys werden leider auch ohne eingehende, individuelle Fürsorge und eine anständige Erziehung durch ihre überforderten Eltern groß, weil sie für den Familienerhalt auf die Welt gebracht wurden. Das finde ich viel schlimmer.
Ein Tier zu retten, verändert nicht die ganze Welt. Aber die ganze Welt ändert sich für dieses eine Tier.

"Auch, wenn man es noch so sehr will - man sollte sein Bauchgefühl nicht ignorieren. Es stimmt schon,wenn dein Inneres sagt: Hey, verlass dich besser auf deinen Instinkt." >Ellen Pompeo (Meredith Grey),"Grey´s Anatomy", 19. Folge, USA 2012

Poseidon23684

unregistriert

6

Mittwoch, 13. Juli 2011, 11:59

Hm, ich weiß nicht, woher Du diese Kenntnisse hast, ich kann nur sagen, das ist vielleicht für Touristengebiete der Fall, wo Bier überhaupt verkauft wird. Alkoholverkauf im Lande wird - und das - abgesehen von Kairo, die beiden Läden und den Duty Free Shop findet man eigentlich ganz gut - in relativ versteckten Läden von den Kopten betrieben, und da gibt es dann solche Marken wie Johnny Walkie... :girli: Im Kairoer Gebiet wird ein Sekt hergestellt mit dem Markennamen Aida, den kann ich sehr weiterempfehlen. In weiten Teilen des Landes gibt es kein Mc Donalds, hauptsächlich ist das Land belebt von seiner Café-Kultur, wo man (bzw. Mann, Frauen sitzen da eigentlich nie) seine Shisha raucht, Tee trinkt, miteinander redet, Taula oder Domino spielt, wenn es einen Fernseher gibt, Fußball guckt... Wenn es in Asyut als oberägyptische Großstadt vielleicht einen Mc Donalds gibt, habe ich den noch nicht gesehen und dann ist es wirklich der einzige im Umkreis von vielleicht 200 km.

Natürlich will man mit Markteinführungen Geschäfte machen, das will jedes Unternehmen, egal, wo - aber was soll an Bio-Nahrung schlecht sein, wenn die Herstellungsmerkmale auch wirklich erfüllt sind? Die Nachfrage regelt den Markt und wenn es die gibt - warum nicht? Finde ich jetzt nichts Anstößiges daran. Millionen ägyptische Babys werden leider auch ohne eingehende, individuelle Fürsorge und eine anständige Erziehung durch ihre überforderten Eltern groß, weil sie für den Familienerhalt auf die Welt gebracht wurden. Das finde ich viel schlimmer.
Stella-Bier gehört 100 % zu Heineken, Sakara-Bier um eine Ecke herum auch. Dass es im hinterletzten Nildeltadorf keinen Bierladen gibt, ist klar. Die exotische Ladenausnahme ist Dahab mit inzwischen bestimmt acht nicht mal versteckten Läden für Alkoholisches.
Diese leicht verfremdeten Whiskynamen gibts da auch, das Zeug taugt nicht mal zum Fensterputzen.
Aida-Sekt kenne ich, gut trinkbar.

Bionahrung. Was bei Ägypten und Bio rauskommen kann, hat Europa ja gerade erfahren müssen mit dem hochvirulenten EHEC-Erreger, der eindeutig ein menschlicher Fäkalkeim ist. Nilaufwärts geht die ganze Sch**** in den Fluss, paar km flussabwärts auf die Felder, und erstaunlicherweise kann dieser Erreger in einige Nutzpflanzen eindringen und ist dann nicht auf der Schale, sondern im essbaren Teil.

Generell ist Bio versus konventionell versus gentechnisch verändert ein unerschöpfliches Streitthema. Bionahrung in Form von geweihtragenden Waldtieren finde ich richtig gut.

Jillvalentine

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7

Mittwoch, 13. Juli 2011, 13:29

Diese leicht verfremdeten Whiskynamen gibts da auch, das Zeug taugt nicht mal zum Fensterputzen


Das ist wohl wahr, es riecht wie mit Benzin versetzt. :girli:

Gut, aber wie die hygienischen Zustände sind, das wissen wir ja alle. Wie Bio-Marken in einem Land, in dem es noch nicht mal ein Tierschutzgesetz gibt und wo die Menschen vielerorts keinen Bezug zu einer "humanen" Tierhaltung haben und viele Mitgeschöpfe Quälereien hilflos ausgesetzt sind, umgesetzt werden sollen, das verstehe ich auch nicht so ganz. Aber auch in Sachen Tierschutz wurde ja mittlerweile eine erste Vereinbarung auf kommunaler Ebene geschlossen wurde, nach der in einem Kairoer Stadtteil (helft mir auf die Sprünge, ich habe die Nachricht über FB bekommen und weiß nicht mehr, welcher Stadtteil das war) nun endlich Kastrationen an Straßenkatzen und -hunden durchgeführt werden, anstatt sie zu vergiften. Ändern kann sich überall etwas, sicher gibt es Wichtigeres anzupacken - wo auch ich sage, das ist vom aktuellen Standpunkt gesehen, überhaupt nicht machbar, weil eine grundlegende Einstellung der Menschen hierzu fehlt und/oder an gesetzlichen Regelungen, ihre Einstellung zwingend zu ändern (zum Beispiel, nicht seinen Müll rücksichtslos in den Nil zu werfen)- aber nun ja, so schlimm finde ich es auch wieder nicht, eine Biomarke einzuführen.

Es gibt weit mehr biologische Produkte als geweihtragende Wildtiere, die mittlerweile auch nicht unbedingt in der grenzenlosen Freiheit geschossen, sondern in Farmen gezüchtet werden. Und gerade Menschen muslimischen Glaubens, bei denen ja besondere Vorschriften gelten, ist der Konsum von Tieren aus Massenhaltung alles andere als regelgerecht.

Aber das ist wirklich ein unerschöpfliches Thema.
Ein Tier zu retten, verändert nicht die ganze Welt. Aber die ganze Welt ändert sich für dieses eine Tier.

"Auch, wenn man es noch so sehr will - man sollte sein Bauchgefühl nicht ignorieren. Es stimmt schon,wenn dein Inneres sagt: Hey, verlass dich besser auf deinen Instinkt." >Ellen Pompeo (Meredith Grey),"Grey´s Anatomy", 19. Folge, USA 2012

Poseidon23684

unregistriert

8

Mittwoch, 13. Juli 2011, 14:04

Das ist wohl wahr, es riecht wie mit Benzin versetzt. :girli:

Gut, aber wie die hygienischen Zustände sind, das wissen wir ja alle. Wie Bio-Marken in einem Land, in dem es noch nicht mal ein Tierschutzgesetz gibt und wo die Menschen vielerorts keinen Bezug zu einer "humanen" Tierhaltung haben und viele Mitgeschöpfe Quälereien hilflos ausgesetzt sind, umgesetzt werden sollen, das verstehe ich auch nicht so ganz.
...
Ändern kann sich überall etwas, sicher gibt es Wichtigeres anzupacken - wo auch ich sage, das ist vom aktuellen Standpunkt gesehen, überhaupt nicht machbar, weil eine grundlegende Einstellung der Menschen hierzu fehlt und/oder an gesetzlichen Regelungen, ihre Einstellung zwingend zu ändern (zum Beispiel, nicht seinen Müll rücksichtslos in den Nil zu werfen)- aber nun ja, so schlimm finde ich es auch wieder nicht, eine Biomarke einzuführen.

Es gibt weit mehr biologische Produkte als geweihtragende Wildtiere, die mittlerweile auch nicht unbedingt in der grenzenlosen Freiheit geschossen, sondern in Farmen gezüchtet werden. Und gerade Menschen muslimischen Glaubens, bei denen ja besondere Vorschriften gelten, ist der Konsum von Tieren aus Massenhaltung alles andere als regelgerecht.
So einen ähnlichen Fake wie den ägyptischen Whisky kaufte ich vor vielen Jahren mal als Calvados im DDR-Intershop. Keine Zutat hat jemals einen Apfel aus 10 km Entfernung gesehen, und das Etikett war eine 100 %-Kopie einer guten Marke aus der Normandie.

Bei uns gibts zwar ein Tierschutzgesetz, aber es sollte jeder mal versuchen, eine Putenmastfarm oder eine "Schweinefabrik" von innen zu sehen, es ist aber nicht einfach, da reinzukommen. Zum Glück wohne ich auf dem Dorf, hier gibts Fleisch von leckeren Hochlandrindern, dazu freilebende Waldtiere, viele Wildschweine (recht preiswert zu haben, wenn man einen Jäger kennt), und auf einem Hof im Nachbarort wächst gerade unser nächstes freilaufendes Schwein heran (wer sowas kennt, isst keine billigen Supermarktschnitzel mehr).

Wie werden eigentlich die Millionen von Hühnern, die es geben muss, in Ägypten gehalten?

Die ägyptische Einstellung zu Müll wird sich wohl in 50 Jahren nicht ändern! Was sagt eigentlich der Koran zum Verzehr von Ratten? Lecker sind sie!

Na gut, soll die Firma es mit den Biogläschen probieren. Bei uns gibts auch so einiges Unsinnige, das völlig banal ist, aber für viel Geld einen Markt hat. Beispiel wäre Quellwasser aus Norditalien, das autobahnverstopfend 1500 km zu uns transportiert und dann für 1,50 Euro/Flasche verkauft wird, während der Kubikmeter bestes Leitungswasser ohne Schadstoffe 2 Euro kostet.

Anck-Su-Namun

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9

Freitag, 22. Juli 2011, 15:55

gold gibts doch auch in ägypten und das kann sich mitlerweile kaum einer leisten. sie können es doch ruhig anbieten, ob es gekauft wird ist die andere sache.

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